DIY — Abendbrot, vegan

Mama, ich mache das schon!”, sagt Emil mit großer Entschlossenheit, zeigt Mama mit einer theatra­li­schen Geste, dass sie sitzen bleiben soll und stürzt sich in die Küche mit dem „Ein Mann muss tun, was ein Mann tun muss“ – Gesichtsausdruck, um sein Abendessen diesmal SELBST zuzube­reiten.

Nach geschätzten 30 Minuten kommt er mit dem abgebil­deten Kunstwerk zurück: Brot mit Gurke auf Ketchup. Sterneköche, bangt um eure Kochmützen!

Das schönste Haus der Welt

Mama, unser Haus ist das schönste Haus der Welt!“, stellt Emil beim Frühstück mit Begeisterung fest. Mama ist ziemlich überrascht. Dazu drei Hintergrundinfos:

  • Interieur Design war nie Mamas oder Papas expli­zites Interessengebiet. Unser Verhältnis dazu ist ähnlich wie unser Verhältnis zu dem Berliner Pandabär: Wir haben mal darüber gelesen. Wir wissen, dass es den Bären gibt und finden ihn süß. Würden wir in der nächsten Zeit nach Berlin fahren, wäre die Liste, was wir dort machen wollen sehr lang, ein Besuch bei dem Pandabären wäre nicht dabei.
  • Das Chaos in unserer Wohnung erstreckt sich über zwei Etagen
  • Die Größe der Wohnung ist subop­timal im Verhältnis zur Anzahl deren Bewohner und der Playmobil, Lego, Duplo, Schleich….etc Figuren, die die Wohnung beher­bergt.

Was gefällt dir so gut an unserer Wohnung?“, fragt Mama.

Wir haben so viel Platz!“

Also viel Platz haben wir hier ganz bestimmt nicht.“

Ein Bild von Emil: unser Tisch mit einer opulenten Mahlzeit darauf. Unter dem Tisch die Stühle und wahrheits­gemäß jede Mende nicht näher definier­barer Gegenstände. Möglicherweise handelt es sich bei dem pizza­ähn­lichen Kreis um Mama. Oder auch um eine Pizza.

Doch. Unter dem Tisch!“, kontert Emil. „Und wenn wir hier unten zu wenig Platz haben, dann können wir dann alles nach oben tragen und wenn wir oben was machen wollen, können wir das dann nach unten tragen.“ […]  weiter­lesen

All you can eat – Teil 1: Essbare Knete zum Selbermachen

Gleich vorweg: Nein, unsere Kinder müssen kein Bastelmaterial verspeisen. Mit großer Zuverlässigkeit werden sie mit vollwer­tiger, überwiegend gesunder Nahrung, möglichst in Bio-Qualität versorgt. In diesem Beitrag liefern wir  einen Beweis dafür — wir haben die Mahlzeiten sogar zusam­men­ge­rechnet.

Da aber unsere Hela beim Basteln, Malen, Lesen… (eehm, also eigentlich immer) alle Sinne mit einbe­zieht, auch oder vor allem den Geschmackssinn, muss der Künstlerbedarf dementspre­chend angepasst werden. Bevor man die fertigen Produkte ausge­sucht hat und deren Zusammensetzung auf die möglichen Schadstoffe, die man natürlich vorher auch recher­chiert hat, überprüft hat, kann man sie oft mit wenig Aufwand aus essbaren Materialien selbst herstellen. In unserer „All you can eat“ – Reihe möchten wir mit euch einige erprobte Rezepte teilen. […]  weiter­lesen

Über Wasser und Liebe und Wasserliebe

Hela erklärt die Welt

Hela ist 3 und hat das Angelman Syndrom. Während gleich­altrige durch die Spielwiesen hopsen, widmet sie sich lieber scharf­sin­nigen Beobachtungen und stellt sich unerschrocken diversen Fragen philo­so­phi­scher Natur. Könnte sie sprechen, würde sie mögli­cher­weise das hier sagen…

Ich mag Menschen — ich mag sie wirklich gerne! Man kann mit ihnen prima kuscheln, Quatsch machen und sie tun viele sehr, sehr spannende Sachen. Was mich aber persönlich am meisten begeistert: sie bestehen aus durch­schnittlich 60 bis 80% Wasser. Das ist wirklich wahr — so viel H2O enthält der mensch­liche Körper je nach Alter und Geschlecht. Und Wasser liebe ich (wie auch die meisten Kinder mit Angelman Syndrom) mit einer ganz beson­deren Liebe. Ich sage mal so: […]  weiter­lesen

Erwachsenwerden mit Karotten

Mama bereitet das Kita-Frühstück für Emil vor. Gerade packt sie Karottenspalten in die Brotzeitdose.
“Mama, warum gibst du mir Karotten?”, will Emil wissen.
“Sie sind lecker und gesund. Sie haben viele Vitamine — die braucht man zum Wachsen”, antwortet Mama.
“Mama, dann pack ein Stück für mich rein und auch für meine Freunde: eins für Paul, eins für Max und eins für Tom.” Mama packt gewis­senhaft 4 Karottenspalten in die Dose.
Als sie am späten Nachmittag die Dose wieder aufmacht, ist ein Stück Karotte übrig.
“Wer hat seine Karotte nicht gegessen?”, fragt sie Emil.
“Paul. Denn er will gar nicht groß werden. Deswegen hat er die Karotte nicht gegessen”, antwortet Emil.
Manchmal gibt es Tage, da wünscht sich Mama, sie hätte Karotten nie gegessen.

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