Archiv für den Monat: Oktober 2017

Hausmittelchen, Teil 1: Unmut, Zweifel, trübe Gedanken

Gegen Unmut, Zweifel und trübe Gedanken helfen schnell und zuver­lässig Ganzkörperwickel aus Wilden Kindern. Wilde Kinder sind in vielen Haushalten vorrätig. Die Anwendung erfordert keine besondere Vorbereitung, es gibt keine Kontraindikationen. Man kann die Anwendung beliebig oft durch­führen, aller­dings kann es beim exzes­siven Gebrauch zu blauen Flecken und leichten Verletzungen kommen.

Sind keine Wilden Kinder im Haushalt vorrätig, kann man es mit einem/einer FreundIn oder netten NachbarIn versuchen. In diesem Fall sind unerwünschte Nebenwirkungen denkbar. […]  weiter­lesen

Schlafen bis der Frühling kommt

Familie sitzt am Tisch und schaut beim Frühstück aus dem Fenster. Nach vielen wunder­schönen, warmen und sonnigen Tagen ist es heute kalt, dunkel und regne­risch. Der heftige Wind bläst die Blätter von den Bäumen.  

Ist heute Herbst?“ will Emil wissen und kriegt eine bejahende Antwort.

Wir haben heute so lange geschlafen,“ meint er daraufhin, „so lange, dass es Herbst wurde.“

Die Idee eine Jahreszeit zu verschlafen, erscheint der Mama ziemlich attraktiv: Zum Beispiel die Hauptsaison für Infekte. […]  weiter­lesen

Kindergarten mit Behinderung

Einige Themen, die im Leben der meisten Eltern einen festen und selbst­ver­ständ­lichen Platz haben, bedeuten für die Eltern von beson­deren Kindern eine besondere psychische Herausforderung. Ein Beispiel ist Spielplatz. Man findet ihn gut oder schlecht, inter­essant oder langweilig, man geht mit Kindern dahin oder auch nicht. Hat man ein Kind mit Behinderung, kann ein Besuch auf dem Spielplatz genauso trauma­ti­sierend sein, wie die Tatsache, dass man aufgrund der Behinderung nicht dahingeht.

Alle Bilder wurden von Emil gemalt.

Ähnlich ist es mit dem Kindergarten. Kindergarten ist nicht die nette Tante von nebenan. Man wird dort nicht betreut, weil man Max, Lisa oder Ali ist. Es handelt sich um Institutionen, die einem Platz anbieten, weil man ein Geschwisterkind ist, ein Kind von einer berufs­tä­tigen Alleinerziehenden oder ein Kind, das in der Nähe wohnt. Im Fall von Kindern mit Behinderung liegt der Fokus auf der Behinderung. Man kriegt einen Platz, WEIL das Kind eine Behinderung hat oder man kriegt eine Absage, weil das Kind eine Behinderung hat. Im besten Fall bekommt man eine Zusage TROTZ der Behinderung. In allen Fällen muss man als Elternteil auf der Kita-Suche dem Thema Behinderung erneut tief in die Augen schauen und sieht da Sachen, die einem Mut („Ihr Kind ist eine Bereicherung für unsere Gruppe und für die Gesellschaft“) oder Angst machen („Das trauen wir uns nicht zu“, „Es gibt tolle Einrichtungen auch für SOLCHE Kinder“, „Wir haben auch Integrationsplätze aber die Kinder sind nicht SO behindert“). Solche Aussagen hinter­lassen Spuren – in einem als Mutter/Vater aber auch in der Gesellschaft, in der unsere Kinder leben werden. […]  weiter­lesen

Über die Kita

Seit Neustem bin ich echt erwachsen geworden – ich gehe jetzt in einen Kindergarten! Also genauer genommen in eine Kinderkrippe. Es gibt da unzählige Kinder. Mindestens 8 oder so. Die bewegen sich alle sehr schnell in verschiedene Richtungen und machen total viele Sachen, oft gleich­zeitig. Deswegen passiert ständig etwas und an jeder Ecke gibt es Spannendes zu entdecken und zu machen. Ich bin dabei, auch wenn nicht so schnell wie die anderen, natürlich. Das ist aber schon o.k. so. Ich stand noch nie auf hohe Geschwindigkeit. […]  weiter­lesen

Rollentausch

Papa zieht Emil an. Auch wenn er das selbst schon längst kann, will er immer wieder von Mama oder Papa angezogen werden.

Oder willst du uns vielleicht anziehen?“, schlägt Papa vor. „Wir könnten doch ein Mal alles umdrehen. Morgens rufen wir dich laut: Emil! Emil! Dann rennst du zu uns ins Zimmer und dann holst uns aus der Küche Getränke. Kaffee vorzugs­weise. Dann ziehst du uns an, machst uns Frühstück, putzt uns die Zähne, kämmst uns, machst uns fertig für die Arbeit, fährst uns mit dem Auto dahin. Wenn wir schon auf Arbeit sind, dann fährst du zurück nach Hause, räumst auf, machst die Wäsche….“ […]  weiter­lesen

Yeti beruflich

Mama, Papa, Hela, Emil, Oma und Opa sitzen mittags auf einer Aussichtsterrasse hoch in den Bergen. Um uns herum ragen in den Himmel die bereits schnee­be­deckten 1000-er und 2000-er. Opa erzählt Emil von dem Schneemenschen – Yeti. Emil versucht ihn mit seinem Fernglas zu erspähen.
„Und, hast du ihn entdeckt?“, fragt Opa.
„Nein, der ist nicht da. Der hatte bestimmt Nachtschicht und schläft jetzt.“
„Ach so? Und was macht der Yeti so beruflich?“, will der Opa wissen.
„Ich glaube, der kann ein bisschen stricken“, antwortet Emil mit voller Überzeugung. […]  weiter­lesen