Umzug — das kontrollierte Chaos

Bevor die Umzugsleute gehen, bringt Mama Brote und Bier. “Das tut gut”, sagen alle.’

Aus gegebenem Anlass ein Ausschnitt aus dem Buch ‘Jan und Julia ziehen um’, veröf­fent­licht im Jahr 1973. Das Buch haben wir von dem älteren Ehepaar bekommen, das in unserer neuen Wohnung vor uns jahrelang gewohnt hat.

Ich weiß nicht, wie die Umzüge bei euch so laufen, aber hier hat Mama keine Brote und kein Bier in einer weißen Schürze verteilt. Die waren zwar da, nur zum Schluss wusste keiner wo. Die Umzugsleute, Freunde und Bekannte (Danke! ❤️) kamen und gingen und jede*r brachte immer mehr Zeugs in die neue Wohnung rein. Zeug, das unmöglich uns gehören konnte! Zwischenzeitlich schöpfte Mama den Verdacht, dass nebenher auch die Wohnung der Nachbarn leer geräumt wurde. Als sie am späten Nachmittag zwischen den vollen Kisten, Kartons und den ausein­ander genom­menen Möbeln stand, beschloss Mama dann doch in die Mongolei zu ziehen und Nomadin zu werden. Ein Leben ohne viel Besitz, ohne Schallplatten, DVDs, CDs, Lego Playmobil… Ein Traum!

Nun, die Kartonberge lichten sich nach und nach und jetzt denkt sich Mama: in so einer Jurte muss es schon ziemlich ziehen… Und die Bücher würden da bestimmt alle feucht werden. Und die Teedose von der Tante Elfriede könnte sie doch unmöglich wegschmeißen.…

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